Aktuell, Bildung

Ja zur politischen Bildung, nein zum eigenen Fach

Es folgt die Medienmitteilung der Jungliberalen zum Thema “Fach Politik”:

Die Jungliberalen unterstützen den Gegenvorschlag der Bildungs- und Kulturkommission (BKK), der diese Woche im Grossen Rat besprochen wird. Der Gegenvorschlag stellt die bessere Option dar, um politische Bildung in unserem Lehrplan zu verankern.

Für unsere direkte Demokratie ist es von zentraler Bedeutung, dass alle Menschen zumindest die Grundlagen unseres politischen Systems verstehen. Neben der Familie und dem Freundeskreis ist vermutlich die Schule einer der wichtigsten Orte, wo junge Menschen mit dem Thema Politik in Kontakt kommen.

Die Initiative der Jungfreisinnigen fordert ein separates Schulfach für Politik. Dieses Vorgehen halten wir für wenig zielführend, wichtiger ist es, in den bereits heute vorhandenen Strukturen bzw. Fächergruppen den Schülerinnen und Schülern Politik näherzubringen.

Der von der BKK ausgearbeitete Gegenvorschlag berücksichtigt alle Forderungen der Initiative der Jungfreisinngen, ausser derjenigen nach einem separaten Stundengefäss. Dies ist durchaus sinnvoll. Der Lehrplan 21 nennt die Vorgaben für den Politik-Unterricht. Ein zusätzliches Schulfach ohne entsprechende Lektionen-Dotation macht keinen Sinn. Zusätzliche Lektionen für ein Fach Politik hätten die Streichung anderer Fächer zur Folge. Mit einem eigenen Fach wäre nicht garantiert, dass sich junge Menschen verstärkt für die Politik interessieren.

Schon heute gibt es zahlreiche Projekte, die den Schülerinnen und Schülern die Politik näher bringen. Die Lehrerinnen und Lehrer haben viele Möglichkeiten, Politik-Unterricht zu erteilen. Sie tun dies auch. Nicht wenige besuchen mit Schulklassen Sitzungen der Parlamente in Bund und im Kanton. Oft wird das politische Alltagsgeschehen im Geschichtsunterricht in einen historischen Zusammenhang gebracht.

Die Jungliberalen sind überzeugt, dass sich junge Menschen politisch engagieren wollen. Dies haben auch die Klimademonstration der letzten Wochen gezeigt. Die heutige Regelung bietet Gewähr, dass Lehrkräfte über genügend Freiheiten verfügen, einen aktuellen und zeitgemässen Politik-Unterricht zu gestalten. Es braucht kein eigenes Fach dazu.

Da der Gegenvorschlag die zentralen Teile des Initiativtextes zum obligatorischen Schulstoff erklärt, sehen die Jungliberalen keine Notwendigkeit, ein eigenes Fach „Politik“ in der Schule einzuführen und unterstützen deshalb nicht die Initiative, sondern den Gegenvorschlag. Wir hoffen, die Jungfreisinnigen erkennen dies auch und ziehen ihre Initiative zurück.

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